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Klimaklassen für Türen? Beanspruchungsgruppen für Türen? - Was ist das?

Wozu dienen die Klimaklassen bei Türen? Grundsätzlich erfüllen sie den Zweck, die Stabilität und Standfestigkeit von Türen zu gewährleisten. Genauer: Wenn eine Tür Räume mit verschiedenen klimatischen Gegebenheiten trennt, treffen je nach Einsatzort unterschiedliche Temperatur- und Feuchtigkeitsdifferenzen aufeinander. 

Die Türseiten erfahren also zur selben Zeit unterschiedliche Klimabelastungen. Beispielsweise in Treppenhäusern (kalte Luft) mit einem beheizten Keller (warme Luft). Oder auch bei Treppenhäusern und Wohnungseingangstüren. Während in den heimischen vier Wänden warme Luft auf die Tür trifft, stößt im Außenbereich kalte Luft auf die Tür. Um zu gewährleisten, dass sich weder Zarge noch Türblatt verziehen, wurden die unterschiedlichen Klimaklassen für Türen definiert.

 

Stabilität der Tür bei jeder Temperatur

Der relevante Faktor ist dabei das Stehvermögen der Tür; auch Verzugssteifikeit genannt.

Dieser Aspekt wird durch die Beanspruchungsgruppen und Klimaklassen berücksichtigt, sodass einem Verformungsverhalten der Innentür bei Temperaturunterschieden vorgebeugt wird.

Dabei hängt die Qualität einer Innentür von verschiedenen Kriterien ab. Spezielle DIN-Normen oder RAL-Bestimmungen helfen Ihnen hier, den Überblick zu behalten. Sie regel zum Beispiel auch die Beanspruchungsgruppen und Klimaklassen für Türen und unterstützen Sie so dabei, für jeden Anwendungszweck die richtige Tür zu wählen.

 

Grundlagen für die Beanspruchungsgruppen der Türen

Für die Anforderungen, die an eine hochwertige Innentür zu stellen sind, gibt es verschiedene Regelwerke und Vorschriften. Nicht nur die Normen wie z. B. DIN 68706 und DIN 18101 sind heranzuziehen. Auch interne Qualitätskriterien, sowie andere, teilweise im Baurecht verankerte Vorschriften geben dem Türenhersteller und dem Anwender Auskunft über wichtige zusätzliche Eigenschaften einer Tür.

In erster Linie sind hier die RAL - Güte- und Prüfbestimmungen für Innentüren aus Holzwerkstoffen (RAL-GZ 426) zu nennen. Im Rahmen der Gütegemeinschaft Innentüren werden spezielle Anforderungen an das Stehvermögen und die mechanische Beanspruchung von Türen und Zargen und deren Prüfung gestellt und überwacht. Diese bilden die Grundlage für die Klassifizierung einer Tür und einer Zarge.

Die RAL-GZ 426 wird in drei Teilen definiert:

  • RAL-GZ 426/1 für Innentüren
  • RAL-GZ 426/2 für Zargen
  • RAL-GZ 426/3 für Innentüren und Zargen in Feucht- u. Nassräume

Bei der Auswahl von Türen und Zargen bezüglich des Stehvermögens und der Beanspruchungsgruppe geben die Einsatzempfehlungen wertvolle Entscheidungshilfen. Die dort je nach Verwendungszweck angegebene Beanspruchungsgruppen Klimaklassen für Türensind als begleitende Leistungsaussage neben den anderen Eigenschaften einer Tür wie z.B. Schalldämmung, Einbruchhemmung, Rauchschutz etc. durch den Planer oder Auftraggeber vorzugeben.

 

Hygrothermische Beanspruchung von Innentüren

Holz- und Holzwerkstofftüren können sich unter dem Einfluss von Klimadifferenzen verformen, d.h. auf beiden Seiten der Tür wirkt ein unterschiedlich warmes und feuchtes Klima ein. So kommt dem Stehvermögen einer Tür eine grundsätzliche Bedeutung für Ihre Funktionserfüllung zu. Mit dem Stehvermögen meint man die Eigenschaft einer Tür, sich bei einem Differenzklima nur sehr wenig zu verformen und so den Raumabschluss zu wahren. Neben optischen sind es vor allem technische Gründe, die die Bedeutung des Stehvermögens unterstreichen. Augenfälliges Beispiel ist die Schallschutztür. Die Schalldämmleistung fällt rapide ab, wenn durch die Verformung des Türblatts der Dichtschluss verloren geht.

Bei den klimatischen Belastungen der Innentüren unterscheidet man nach geringem, mittlerem und hohem Differenzklima, den sogenannten Klimaklassen I, II und III.

Die Verformungsobergrenze ist in den Güte und Prüfbestimmungen mit 4 mm festgelegt. Dies ist lediglich ein Grenzwert, der während der Klimaprüfung nicht überschritten werden darf. Das heißt, auch Türen der Klimaklasse III dürfen sich verziehen. Die zulässige Durchbiegung ist in der Praxis nur ein Beurteilungskriterium. Wichtiger ist die Funktionserfüllung, z.B. der Erhalt der Schalldämmleistung oder der Schließbarkeit.

Klimaklasse III nach RAL 426 -GZ Teil 1 bzw. Klasse 2c nach DIN EN 12219 und DIN EN 1121 Die erhöhten Anforderungen an das Stehvermögen der Tür wird durch eine 4,5mm dicke Aluminium-Hartfaser-Verbund-Absperrung erzielt. Die Klimaklasse III Ausstattung ist bei Röhrenspankern-, Vollspan- Schallschutz, Rauch- und Brandschutztüren möglich.

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Klimaklassen

Klimaklassen für Türen nach RAL und DIN EN (Auszug aus RAL-GZ 426 Juli 2010, Tabelle 4: Vergleich der Prüfklimate)

BILD - Klimaklassen-Tabelle


Klimaklassen-Tabelle

Mechanische Beanspruchung von Innentüren

Experten haben hier, je nach Höhe der zu erwartenden mechanischen Belastung, Einteilungen in die Beanspruchungsgruppen N, M,S und E festgelegt. Zur Ermittlung der mechanischen Widerstandsfähigkeit werden folgende mechanische Prüfungen vorgenommen:

  • Veritkale Belastung nach DIN EN 947
  • Statische Verwindung nach DIN EN 948
  • Harter Stoß nach DIN EN 949
  • Weicher Stoß nach DIN EN 950

Die wesentlichen Tür-Komponenten die dabei beansprucht werden sind:

  • Oberfläche
  • Rahmenhölzer
  • Türkonstruktion
  • Bänder, Schlösser, Schließbleche und deren Befestigung

Die Klassen N (normal) und M (mittel) sind in ihren Prüfmerkmalen in etwa am normalen Gebrauch mit pfleglicher Behandlung orientiert. Die Klasse S (stark) spiegelt eher die starke Nutzung aber auch den „normalen Missbrauch“ wider. Der „normale Missbrauch“ beinhaltet jedoch nicht die gewaltigen Kräfte, die auftreten können z.B. durch falsch versetzte Türstopper, Verklemmen der Tür im Band- oder Schlossbereich oder extremes Auf- oder Zuschlagen durch Zugwind.

 

Einsatzempfehlung für Klimaklassen

Die übliche Benutzung der Türen in unterschiedlichen genutzten Räumen ergibt:

Normale Beanspruchung: z. B. Wohnungsinnentüren (N)

Mittlere Beanspruchung: z. B. öffentlicher Verwaltungsbau, Sprechzimmer (M)

Starke Beanspruchung: z. B. Wohnungseingang, Kindergarten, Krankenhaus, Hotelzimmer (S)

Extreme Beanspruchung: z. B. Herberge, Schule, Kaserne

 

Weitere Themen rund um das Thema Tür

In unserem FAQ-Bereich finden Sie noch andere Themen, die Antworten und informationen zu folgenden Bereichen liefern:

 

Hilfe vom Profi

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